Charakterisierung schreiben

Aufbau, Bewertungskriterien und was eine gute Charakterisierung ausmacht

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Was ist eine Charakterisierung?

Die Charakterisierung ist eine der häufigsten Aufsatzarten im Deutschunterricht, typischerweise ab Klasse 7–8 eingeführt und bis zum Abitur relevant. Ziel ist es, eine literarische Figur systematisch zu analysieren — nicht nur äußerlich zu beschreiben, sondern ihre Persönlichkeit, Motivation und Entwicklung anhand von Textstellen zu belegen.

Anders als eine einfache Personenbeschreibung verlangt die Charakterisierung eine analytische Auseinandersetzung: Jede Behauptung über die Figur muss durch ein Zitat oder eine Textstelle gestützt werden. Die Dreischritt-Methode (erkennen – benennen – deuten) bildet die Grundlage jeder guten Charakterisierung.

Besonders wichtig ist die Mehrdimensionalität: Eine überzeugende Charakterisierung zeigt die Widersprüche und Ambivalenzen einer Figur. Wer eine Figur nur als „gut“ oder „böse“ darstellt, verpasst die analytische Tiefe, die für eine gute Note entscheidend ist.

Aufbau

1
Einleitung & Basissatz
Der Basissatz nennt Autor, Werk, Erscheinungsjahr, Textart und die Rolle der Figur in der Handlung — alles in einem Satz. Die Einleitung ordnet die Figur zusätzlich in den Handlungskontext ein.
Vollständigkeit des Basissatzes (alle Pflichtangaben), Kontextualisierung über den Basissatz hinaus
2
Äußeres ErscheinungsbildFalls im Text beschrieben
Beschreibung relevanter äußerer Merkmale wie Alter, Aussehen und Auftreten — sofern im Textauszug vorhanden. Nicht jeder Text liefert äußere Details.
Berücksichtigung der im Text vorhandenen äußeren Beschreibungen. Fehlende äußere Merkmale werden nur beanstandet, wenn der Text sie enthält.
3
Innere Merkmale & Charakter
Analyse der Eigenschaften, Werte und Motivationen der Figur. Jedes Merkmal wird mit Textstellen belegt: Behauptung → Zitat → Deutung.
Mehrdimensionale Darstellung (keine eindimensionale Figur), Textbelege für jede Eigenschaft, Tiefe der Deutung
4
Beziehungen & Figurenkonstellation
Analyse der Beziehungen zu anderen Figuren. Beide Seiten der Beziehung müssen beleuchtet werden — nicht nur, wie Figur A auf Figur B wirkt, sondern auch umgekehrt.
Eigenständiger Abschnitt (nicht in die Merkmale gemischt), Analyse beider Beziehungsseiten
5
Entwicklung der Figur
Veränderung der Figur im Handlungsverlauf: Wie und warum verändert sie sich? Welche Wendepunkte gibt es?
Nachvollziehbare Darstellung der Veränderung mit Textbelegen
6
Schluss
Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Gesamtbewertung der Figur. Der Schluss verbindet die Eigenschaften mit den Themen des Werks und bewertet die Funktion der Figur.
Geht über bloße Zusammenfassung hinaus, verbindet Analyse mit Werkthemen

Worauf Sam achtet

Sam bewertet deinen Aufsatz nach diesen vier Kriterien:

Struktur & Aufbau
Vollständiger Basissatz, klare Gliederung in getrennte Abschnitte, eigenständige Beziehungsanalyse
Inhaltliche Tiefe
Mehrdimensionale Figurenanalyse mit Textbelegen, Ambivalenzen erkannt, Figurenentwicklung dargestellt
Sprachlich-stilistische Analyse
Mindestens 4–5 Stilmittel erkannt und in ihrer Wirkung gedeutet (Dreischritt)
Sprachliche Richtigkeit
Konjunktiv I bei indirekter Rede, eingebettete Zitate, sachlicher Stil

Häufige Fehler

Beispiel-Feedback von Sam

So sieht Sams Feedback in der Praxis aus:

Stärke
„Durch die Repetitio ‚ich will‘ (Z. 14, 17, 23) wird Lauras Entschlossenheit betont, sich aus der Abhängigkeit zu lösen.“
Sehr gut — Stilmittel erkannt, korrekt mit Zeilenangaben belegt und in seiner Wirkung gedeutet. Genau so funktioniert der Dreischritt.
Verbesserung
„Sie ist eine nette Person und hat gute Eigenschaften.“
Zu allgemein und ohne Textbeleg. Welche Eigenschaften genau? Belege mit einem Zitat aus dem Text und erkläre, was daraus über die Figur hervorgeht.

Häufig gestellte Fragen

Der Basissatz enthält: Name des Autors, Titel des Werks, Erscheinungsjahr (oder Jahr der verwendeten Ausgabe), Textart (Roman, Drama, Kurzgeschichte…) und die Rolle der Figur in der Handlung — alles in einem Satz.
Die Personenbeschreibung beschreibt äußerliche Merkmale. Die Charakterisierung geht tiefer: Sie analysiert innere Merkmale, Motivationen, Beziehungen und die Entwicklung einer literarischen Figur — immer gestützt auf Textstellen.
Für eine gute Note solltest du mindestens 4–5 verschiedene Stilmittel erkennen und jeweils ihre Wirkung erklären. Typische Stilmittel in Dramen: Repetitio, Ellipse, rhetorische Fragen, Metaphern, Ironie.
Charakterisierungen werden typischerweise ab Klasse 7–8 eingeführt und sind bis zum Abitur ein fester Bestandteil des Deutschunterrichts.

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